
KI vernichtet nicht nur Berufe. Sie erschafft auch neue. Nach Prompt- und Kontext- betreten nun fie Skill Engineers die Bühne des Arbeitsmarktes.
OK… zum jetzigen Zeitpunkt habe ich ehrlicherweise noch keine Stellenanzeige dazu gesehen. Doch dieser Beruf ergibt sich ganz logisch aus der Entwicklung der autonomen KI-Agenten. Claude Code, Openclaw und andere funktionieren nur dann als selbständige Mitarbeiter, wenn ihnen klare und umfassende Arbeitsanweisungen, Toolsets, Kontext und Referenzen zur Verfügung stehen.
Rein technisch können die KI-Modelle sich diese Skills selbst schreiben. Im Fall von Openclaw tun sie es unter Umständen sogar ohne gesonderte Anweisung. Doch diese Self Made Skills unterliegen den gleichen Krankheiten, wie LLM allgemein: Sie spiegeln den Mainstream wider, den Durchschnitt.
Erst der individuelle Mensch als Trainer, Anwender oder auch KI-Führungskraft gibt dem algorithmischen Output eine besondere Note. Er wird zum Architekten des Skills. Mit seinen Ideen, seinen emotionalen Ergebnisbewertungen, seinem tiefen Einblick in die Welt.
Skill Engineers sind Architekten und Bauleiter zugleich. Ihre Arbeitsmittlel heißen Sprache, Code und KI-Kompetenz (erweitert auf die Funktionsweise von KI-Agenten). Skill Engineering fasst die oben genannten bisherigen Berufsfelder zusammen. Es ist eine Mischung aus Prompting, Kontext und Automatisation. Wer bisher also in diesen Bereichen gut war, dem gelingt die Weiterentwicklung seines Berufs schneller und eventuell auch hochwertiger.
Wir sehen also keinen disruptiven Prozess in Bezug auf das, was es bisher schon gab. Es ist eine Evolution. Und zugleich, aus meiner Sicht, auch Professionalisierung. Denn insbesondere Prompting ist nun wirklich keine Tätigkeit, aus der man gleich einen eigenständigen Beruf machen muss. Hier fehlt insbesondere mit den aktuellen Foundation Models schlichtweg die gewisse Komplexität. (Womit ich hoffentlich niemandem zu nahe und auf den Schlips trete)
Die Zeiten sind spannend und verwirrend zugleich. Kaum jemand, der nicht zumindest zweitweise das Gefühl leichter Überforderung oder Überrumpelung verspürt. Ich sehe es bei uns im Team: Da steht ein mega Veränderungsprozess an. Konflikte werden sicherlich nicht ausbleiben. Dafür sind die Umwälzungen zu gewaltig. Ich weiß aber auch: Wenn wir (und damit meine ich jetzt wieder alle) uns darauf einlassen, das neue adaptieren, vielleicht sogar qeiterentwickeln, wird das eine krasse Zukunft. Im positven Sinn.
