Beobachtet ihr auch diesen Kampf zwischen den zwei KI-Lagern?
„Ich will mein ganzes Unternehmen automatisieren!“ vs. „Im Mittelpunkt soll der Mensch stehen, KI ist nur ein Tool.“
Ich ordne mich in der Mitte ein, tendiere aber in Richtung mensch-zentriert. Nicht aus ideologischen Gründen. Sondern basierend auf Erkenntnissen aus meiner Arbeit mit KI:
1. Das Innovationsdilemma:
KI selbst ist natürlich innovativ. Also liegt der Schluss nahe: 100 % Automatisierung = 100 % innovativ. Tatsächlich aber wirst du damit jede echte Innovationskraft im Unternehmen verlieren.
2. Das Geschäftsmodell-Paradoxon:
Dein Unternehmen wird ersetzbar; irgendwann sogar nutzlos. Denn KI ist kein teures, seltenes Produktionsmittel. Sie steht buchstäblich jedem Menschen zur Verfügung. Was du automatisieren kannst, kann auch jeder andere. Die Folge: Dein Geschäftsmodell bricht zusammen.
3. Die Abhängigkeitsfalle:
KI ist heute günstig. Weil sie von den Anbietern subventioniert wird, um Marktanteile zu erobern. Irgendwann werden die Preise steigen. Um ein Vielfaches. Gleichzeitig wird irgendwann die KI-Blase platzen. Dann brechen einzelne Anbieter weg. Und mit ihnen deine wunderbare Vollautomatisierung.
Auch ich implementiere bei uns einzelne vollautomatische Prozesse mit KI. Es sind jedoch niemals existenz- oder sicherheitskritische Use Cases. Alles andere geht von Menschen aus, die (mittlerweile agentische) KI als Werkzeug nutzen.